Schulte neuer Landesvorsitzender des Familienbundes Hessen

Fulda. Der Familienbund der Katholiken im Land Hessen hat in seiner Mitgliederversammlung einen neuen Landesvorsitzenden gewählt: Hubert Schulte, Diplom-Volkswirt aus Fulda, ist seit Jahren beruflich in der Familienbildung tätig und war bis vor einem Jahr auch geschäftsführend für den Diözesanverband des Familienbundes in Fulda. Schulte löst Gudrun André aus Bad Soden-Salmünster nach 12 Jahren ab, die nicht mehr für den Vorsitz kandidierte, aber gemeinsam mit Klaus Heizmann aus Mainz zur stellvertretenden Landesvorsitzenden gewählt wurde.

 

Schulte findet den Zeitpunkt seiner Wahl mit Blick auf die Landespolitik spannend, sieht man doch in Wiesbaden in diesen Tagen familienpolitische Bewegung. So begrüßt er zum einen den Antrag von SPD und Grünen, die Studiengebühren zum kommenden Wintersemester wieder abzuschaffen, dies entlaste Familien mit erwachsenen Kindern deutlich. Zum anderen zeigten die Vorschläge von CDU und FDP zur G 8 und zur „verlässlichen Schule“ statt „Unterrichtsgarantie plus“, daß offensichtlich alle Parteien den Fingerzeig der Wählerinnen und Wähler erkannt hätten, daß auch Familienpolitik (in Verbindung mit Schulpolitik) den Wahlausgang entscheidend mit beeinflusst hat. Vor diesem Hintergrund sehe er schon bald angestrebten Gesprächen mit den Landtagsfraktionen mit hohem Interesse entgegen.

 

Zu seinen familienpolitischen Vorstellungen führt Schulte aus, daß Familienpolitik Querschnittsaufgabe aller Politikbereiche sein müsse. Familien seien in der Regel fast immer betroffen, wenn politisch oder gesellschaftlich Veränderungen angestoßen würden. Ähnlich wie es Frauen- bzw. Gleichstellungsbeauftragte gebe, müsse es auch Familienbeauftragte geben, die alle politischen Veränderungen auf ihre Familienverträglichkeit hin beobachten.

Konkret müssen für Familien auf zwei Ebenen Verbesserungen  eintreten: zum einen sind Familien finanziell so zu stellen, daß sie nicht der Kinder wegen verarmen. Dies erfordert eine deutliche Heraufsetzung des Kindergeldes auf mindestens 300 Euro pro Kind und Monat. Auf der anderen Ebene sind strukturell die Rahmenbedingungen so zu gestalten, daß Eltern eine Vereinbarkeit von Familien- und Berufsarbeit ermöglicht wird. Das bedeutet  ausreichende außerfamiliäre Betreuungsmöglichkeiten für Kinder. Beide Bereiche sind so auszugestalten, daß den Eltern echte Wahlfreiheit zur Gestaltung ihres Familienlebens ermöglicht wird. Nicht, daß Eltern aus finanziellen Gründen gezwungen sind, daß beide Teile vollzeitmäßig erwerbstätig sein müssen, und nicht, daß ein Elternteil gezwungen ist, aus der Erwerbsarbeit aussteigen zu müssen, weil eine außerfamiliäre Betreuungsmöglichkeit fehlt. Eltern wissen in der Regel selbst, so Hubert Schulte, was für ihre Kinder gut ist, und entscheiden mit Blick auf das Kindeswohl in Verantwortung. Natürlich sollten auch die Möglichkeiten der Familienbildung wieder gefördert werden. Dazu müssen die Mittelstreichungen im Rahmen der sog. Operation sichere Zukunft von vor drei Jahren unbedingt zurückgenommen werden, betont der neue Landesvorsitzende.

 

In den Händen des Familienbundes liegt seit März dieses Jahres auch wieder die Federführung der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Familienorganisationen, der mit dem Familienbund auch der Deutsche Familienverband, die Evangelische Aktionsgemeinschaft für Familienfragen (EAF) und der Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) angehören. Auch in dieser Funktion will Schulte schon in den nächsten Tagen Gespräche in Wiesbaden noch vor der Sommerpause anstoßen.

10.04.2008

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