Katholiken zu mehr politischem Engagement aufgerufenErzbischof Schick bei Haupttagung der katholischen Männerarbeit Fulda (bpf). Mehr Katholiken müßten sich in der Politik engagieren: „Sie müssen in der Stammzellendiskussion, Sonntagsschutz, Klimawandel, Waffenexportverbot, Entwicklungs-, Friedens- und Integrationspolitik ihre Stimme einbringen.“ Dies stellte der Bamberger Erzbischof Prof. Dr. Ludwig Schick, Beauftragter der Männerseelsorge in der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, am vergangenen Donnerstag in St. Peter zu Petersberg heraus. In einem Gottesdienst im Rahmen der Haupttagung der katholischen Männerarbeit unterstrich der frühere Fuldaer Weihbischof und Generalvikar, Männer sollten auch Väter der Nation sein und die Gesellschaft so mitgestalten, daß sie familienähnlich werde.
Unter Bezugnahme auf die Apostelgeschichte legte der Erzbischof dar, daß das Christentum und die Missionare von Anfang an auch in die Politik gegangen seien. „Philippus geht nach Caesarea, die politische Hauptstadt Israel, Petrus und Paulus nach Rom, um in der Welthauptstadt das Evangelium zu verkünden.“ Die Kirche habe von Anfang an die Botschaft Christi in die Politik, Kultur und Wirtschaft getragen. Das bedeute für die heutigen Christen, daß sie es niemals vernachlässigen dürften, in die Politik, in die Parlamente zu gehen. In den letzten Jahren habe man sich in der Kirche um die Seele der Männer gekümmert, um ihre Spiritualität, um ihre Identität, ihre Stellung in Familie und Beruf. „Aber daneben darf nicht vergessen werden, daß kirchliche Männer - und Frauenarbeit auch für die Politik, für die Wirtschaft und für die Kultur bereiten müsse“, mahnte Schick.
Die allgemeine Politikverdrossenheit mache deutlich, daß es eine aktive „Bürgergesellschaft“ für die Zukunft geben müsse. So sei es auch mit der Stammzellenforschungsdiskussion. „Die Christen, vor allem Katholiken, lehnen die Verlegung des Stichtages ab und leisten damit einen Beitrag gegen die sogenannte ‚verbrauchende Embryonenforschung’. Es sind aber zu wenige. Katholiken setzen sich ein für den Schutz des Lebens von Anfang an und damit für die Würde des Menschen und seines Rechtes zu leben, von der natürlichen Empfängnis bis zum natürlichen Tod.“ Auch beim Sonntagsschutz seien es die Christen und Katholiken, die verhinderten, daß es dem Menschen durch die Ausweitung der Werktage immer schlechter gehe. „Wir brauchen mehr Christen und Katholiken in der Politik, um mehr Friedensstrategien und Forderungen nach Entwicklung der Entwicklungsländer auch in die internationale Politik zu bringen.“ Die Stimme der Christen sei von enormer Wichtigkeit auch beim Verbot von Waffen- und Rüstungsexporten oder bei der Integrationspolitik von Flüchtlingen, z. B. aus dem Irak.
„Die Stärke der Katholischen Kirche bestand und besteht immer darin, daß sie Seele und Leib im Blick hat, daß sie den Einzelnen und die Gesellschaft zu fördern trachtet, daß sie die Erde sieht und deshalb Klimaschutz, Moral und Solidarität einfordert und zugleich den Himmel als ewige Heimat des Menschen als sein eigentliches Ziel verkündet“, machte der Bamberger Oberhirte deutlich. Zur Identitätsfindung der Männer gehöre dabei auch, daß sie politisch und gesellschaftlich tätig seien, gerade auch als „Väter der Nation“. Diese Aufgabe der Männerarbeit müsse man sich bewußt machen. Jesus selbst habe im stillen Kämmerlein gebetet und sei auch auf die Marktplätze gegangen. Er habe vor den Verantwortlichen Pontius und Pilatus, dem Hohen Rat der Juden und vor Herodes bekannt, was den Menschen nutzt, ihm dient und dies eingefordert. Jesus habe sich eingemischt in die gesellschaftlichen Verhältnisse. „Er hat sein Leben gegeben für das Leben der Welt“, wie der Schlußsatz des Evangeliums vom Tage laute. „Das ist auch uns heute aufgetragen, gerade in Politik, Wirtschaft und Kultur.“ 14.04.2008Bischöfliche Pressestelle, 36001 Fulda / Postfach 11 53 / Telefon: 0661 / 87-299 / Telefax: 87-568 / E-Mail: presse@bistum-fulda.de / Internet: www.bistum-fulda.de / Redaktion: Christof Ohnesorge.
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