„Der SkF engagiert sich da, wo die Not am größten ist“

Diözesanreferentin Elisabeth Werthmüller über die Arbeit der kirchlichen Beratungsstellen
Sozialdienst katholischer Frauen in der Diözese Fulda

Fulda/Hanau/Kassel/Marburg (bpf). 4.841 Frauen und ihre Familien wurden im Jahr 2007 durch die Beraterinnen der Schwangerenberatung des Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in der Diözese Fulda in psychosozialen und finanziellen Notlagen beraten, unterstützt und begleitet. Die fünf katholischen Schwangerenberatungsstellen des SkF im Bistum bieten laut Elisabeth Werthmüller, Diözesanreferentin des SkF, vor und nach der Geburt eines Kindes in existentiellen Notlagen sowie belastenden Alltagsschwierigkeiten einer Frau oder Familie Hilfe und Begleitung an und setzen sich damit ganz wesentlich für den Schutz des ungeborenen Lebens ein. „Der SkF engagiert sich da, wo die Not am größten ist“, hebt sie hervor. Zudem hat der SkF im Jahr 2007 durch präventive, niedrigschwellige Maßnahmen wie den „Schnupperkurs mit Baby“ und allgemeine sexualpädagogische Präventionsarbeit in Schulen Notlagen vorbeugen können.

Der Auftrag der Kirche an den SkF, im Alltag den Schutz des Lebens konkret zu unterstützen, ist neben dem gesetzlichen Auftrag für die Schwangerenberatung die Grundlage der Arbeit der Schwangerenberatungsstellen des Sozialdienstes katholischer Frauen. Schwangeren Frauen in Not wird intensive Begleitung angeboten. „Ziel ist es, die Elter-Kind-Beziehung von Beginn an zu stärken und so die Eltern zu entlasten, damit den Kindern ein guter Start ins Leben ermöglicht wird“, betont Werthmüller. In Fulda und Umgebung beispielsweise sei das Projekt „Ich steh’ dir zur Seite“ in Kooperation mit Stadt und Landkreis um die Unterstützung durch Hebammen erweitert worden. Zu den Hilfsmaßnahmen des SkF gehörten ferner die anonyme Beratung (Tel. 0180/3320640), Kochkurse für Mütter mit wenig Geld, Second-Hand-Angebote und Sprechstunden vor Ort.

Mit 50,6 Prozent ist im Jahr 2007 der überwiegende Anteil der beratenen Frauen im Alter zwischen 20 und 29 Jahren gewesen; nahezu jede zwölfte Frau war noch keine 19 Jahre alt. 23,4 Prozent der 2007 betreuten Frauen waren katholisch, 32,3 Prozent evangelisch und 25,3 Prozent moslemisch. Der Anteil der deutschen Nationalität betrug 63,1 Prozent. Verheiratet waren 44,8, ledig 36,2 Prozent. Dem Selbstverständnis des SkF entsprechend, werden Frauen bzw. Familien auf Wunsch längerfristig und umfassend beraten. Sie stehen dann über längere Zeit in einem engen Kontakt zu den Frauen und ihren Familien, um Problembündel mit den Familien, soweit möglich, zu lösen. Vielen hoch belasteten Ratsuchenden (Gewalterfahrung in Partnerbeziehungen, psychische Probleme, existentielle Not durch geringes Einkommen) sei durch Zuhören, Hilfestellungen bei Behördengängen, Information und Entlastung durch Ehrenamtliche geholfen worden. 41 Prozent aller konkreten Hilfen waren hierbei Sachleistungen.

In besonders hohem Maß sind finanzielle und wirtschaftliche Schwierigkeiten auch im Jahr 2007 häufig Gründe zur Kontaktaufnahme gewesen. 796 Familien konnten in konkreten Notlagen unbürokratisch und zielorientiert durch den Bischöflichen Hilfsfonds „Mütter in Not“ unterstützt werden. Des weiteren wurden für 1.530 Schwangere Hilfen aus der „Bundesstiftung für Mutter und Kind“ beantragt. Die Hilfen brachten Erleichterung durch die Anschaffung von Erstausstattungen und die Wohnungseinrichtung, Mietkautionen und Schwangerenbekleidung.

Mit Hilfe von Bischof Heinz Josef Algermissen konnte im November 2007 die „Stiftung Sozialdienst katholischer Frauen“ gegründet werden, deren Ziele es sind, dauerhafte Hilfe für Menschen in Not auf der Basis christlicher Werteorientierung zu sichern, auf Notlagen im direkten Umfeld zu reagieren, Kontinuität und Weiterentwicklung der Angebote des SkF langfristig zu gewährleisten und schnelle Reaktionen auf veränderten Bedarf der Menschen in sozialen Notlagen zu ermöglichen. „Die Stiftung soll vor allem Menschen helfen, die trotz eines umfangreichen staatlichen Sozialsystems durch das soziale Netz fallen, sowie Kindern und Familien, die seelische und körperliche Vernachlässigungen erleiden, aber auch Menschen, die den Anforderungen der Arbeits- und Lebenswelt unserer Gesellschaft nicht gewachsen sind“, unterstreicht Elisabeth Werthmüller und verweist auf die Homepage der Stiftung: www.stiftung-skf.bistum-fulda.de .

Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die auf Wunsch in Familien oder bei Alleinerziehenden Hilfe und Unterstützung in alltägliche Aufgaben oder bei der Betreuung von Kindern etc. leisten, entlasteten mit ihrem Engagement überforderte Mütter bzw. Eltern. 130 Ehrenamtliche sind in dieser Weise im Bistum Fulda im Jahr 2007 für Familien und Alleinerziehende im Einsatz gewesen.

Kontakte Sozialdienst katholischer Frauen im Bistum Fulda:

SkF Fulda, Rittergasse 4, 36037 Fulda
Tel. 0661/839434, E-Mail: info@skf-fulda.de

SkF Bad Soden Salmünster, Bad Sodener Str. 52, 63628 Bad Soden Salmünster
Tel. 06056/5402, E-Mail: info@skf-bad-soden-salmuenster.de

SkF Hanau, Friedrichstr. 12, 63450 Hanau
Tel. 06181/364500, E-Mail: info@skf-hanau.de

SkF Kassel, Die Freiheit 2, 34117 Kassel
Tel. 0561/7004236, E-Mail: skf-kassel@t-online.de

SkF Marburg, Friedrichsplatz 3, 35037 Marburg
Tel. 06421/14480, E-Mail: skf-marburg@arcor.de

Weitere Auskünfte erteilt Diözesanreferentin Elisabeth Werthmüller, Tel. 0661/87440, E-Mail: elisabeth.werthmueller@bistum-fulda.de .

15.08.2008

Bischöfliche Pressestelle, 36001 Fulda / Postfach 11 53 / Telefon: 0661 / 87-299 / Telefax: 87-568 / E-Mail: presse@bistum-fulda.de  / Internet: www.bistum-fulda.de / Redaktion: Christof Ohnesorge.
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